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Pfingsten

Wie schon an Ostern, werden wir in diesem Jahr ein weiteres kirchliches Hauptfest in anderer Form feiern: An Pfingsten, dem «Geburtstag der Kirche», kommen wir nicht in den Kirchen zu Gottesdiensten zusammen, sondern können (oder müssen?) die Wirkung des Heiligen Geistes in höchstens kleinen Gruppen an je unseren Orten erfahren. Wie geht es Ihnen damit? Fehlt Ihnen dadurch etwas sehr Wichtiges und für Ihr Leben Zentrales, oder haben Sie sich in den letzten Wochen daran gewöhnt, Ihren Fokus auf Anderes zu richten? Kleine Zusammenkünfte mit der Familie, ausgiebige Spaziergänge, Sport zuhause oder in der weiten Natur, Gartenarbeit, Momente der Besinnung und Stille oder fröhliches Musizieren in einer offenen Kirche, ein Gottesdienst, der im Fernsehen übertragen wird, …? All das können ja «heilige Momente» sein.

Vielleicht haben Sie Lust, folgende Fragen und Ihre eigenen Antworten darauf in die Pfingsttage mitzunehmen und finden dadurch einen neuen Zugang zu dem Fest, an dem die «Erfüllung aller mit dem Heiligen Geist» und damit der Beginn der christlichen Gemeinden gefeiert wird:

Welche Orte sind Ihnen «heilig»? Sind es bestimmte Gebäude? Sind es besondere Plätze in der Natur? Ist es die Gemeinschaft von Menschen, die für Sie jeden beliebigen Ort «heilig» werden lassen? Spüren Sie Gottes (Heiligen) Geist besonders dann, wenn Sie Unerwartetes, Freudiges und Glück erleben: Neues Leben, das entsteht, Wachstum und Gedeihen? Oder wirkt für Sie Gottes Geist dann, wenn sich Menschen ganz ohne Worte verstehen, Glück und Unglück miteinander teilen, tragen und ertragen können?

Lassen Sie sich einladen, an diesen besonderen Pfingsttagen (und darüber hinaus!) Ihren Blick von den Alltagsgeschäften aufzuheben, um Ihre heiligen Momente und Orte zu finden, losgelöst von dem, was der Alltag an Pflichten mit sich bringt. Erfahren Sie je auf Ihre Weise Gottes gütigen Blick und seine Wirkkraft in der Welt. Gottes Liebe, sein Geist, seine Begeisterung für das Leben und Zusammenleben seiner Menschen, sein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7) wird uns an Festtagen und auch im Alltag geschenkt. Das ist Gottes Verheissung. Auch wenn derzeit noch manche Kirchentür für Gottesdienste verschlossen ist, können wir doch uns selber öffnen und die Wirkung von Gottes Geist in unserem Leben erfahren.

Unsere Sehnsucht nach Gemeinschaft und einem Stück «Normalität» möge in diesen Tagen vom Heiligen Geist erfüllt werden.


Frohe und empfangende Pfingsttage wünscht Ihnen


Dorothea Neubert, Pfarrerin in Aetingen-Mühledorf